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Ortschaften

Braunsbedra
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Braunsbedra


Die junge Stadt Braunsbedra liegt im mittleren Geiseltal. Am 05.07.1993 erhielt Braunsbedra, anlässlich der 1150-Jahrfeier und der Erstbenennung seiner eingemeindeten Dörfer als erste Gemeinde der neuen Bundesländer das Stadtrecht.

Die einzelnen Ortsteile wurden im Hersfelder Zehntverzeichnis Braunsdorf "Brunesdopf", Bedra "Ubbedere und Schortau "Zcirduuuna", erstmalig urkundlich genannt.

Der Erfinder des ersten hölzernen Laufrades, Michael Kaßler, lebte von 1653 - 1728 in Braunsdorf.  Ein weiterer Erfinder, der Schmiedemeister Eduard Dörge, lebte von 1841 bis 1923 in Bedra. Er erfand und baute den eisernen Kipp-Pflug und andere Bodenbearbeitungsgeräte. Mit den zur 1150-Jahrfeier eingeweihten Gedenktafeln werden die beiden Erfinder geehrt.

Die Stadt Braunsbedra besteht heute aus den Ortsteilen Braunsdorf, Bedra, Schortau und Neumark. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft "Unteres Geiseltal".

Für die Einwohner von Braunsbedra brachte die politische Wende tiefe wirtschaftliche Einschnitte. In der Folgezeit siedelten sich klein- und mittelständische Unternehmen an.

In den vergangenen Jahren wurde der gesamte kommunale Wohnungsbestand der Stadt saniert. Die Infrastruktur der Stadt wurde mit dem Bau des neuen Ortskernes wesentlich verbessert.

Die Neugestaltung des Landschaftsparkes und die geplanten Sanierungen des Wohnumfeldes leisten einen wertvollen Beitrag zur vorteilhaften Entwicklung der Stadt Braunsbedra.

Der Aussichtspunkt "Leonhardt" in Braunsbedra/OT Neumark am zukünftig größten See des Landes Sachsen-Anhalt stellt schon heute einen weiteren Anziehungspunkt der Stadt Braunsbedra dar.

 


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Frankleben


Die Gemeinde Frankleben ist ca. 1500 Jahre alt. Zur Zeit der Völkerwanderungen 300 nach Christi kamen die "Warnen" in das Geiseltal und gründeten Orte mit "Leben". Erstmalig 800 nach Christi wurden die Dörfer Oberfrankleben (jetzige Müchelner Straße) und Unterfrankleben (jetzige Friedrichstraße und der nördliche Teil des Topfmarktes) genannt. Erst in den geschichtlichen Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Dörfer als Frankleben vereint.

Infolge der Auskohlung des Geiseltales wurde das Rittergut "Oberhof" aufgelöst und die Parkanlagen mussten den Kohlengruben weichen.

Durch Luftangriffe wurde am 20. Juli 1944 das Schloss im Oberhof durch Bomben zerstört.

Der Ortsteil Reipisch, der eine eigenständige Gemeinde bildete, gehört zu den Siedlungen, die im 7. Jahrhundert durch die Slawen im Geiseltal gegründet wurden. Der erste Name "Ripsio" wurde vom slawischen "Rübenfeld" abgeleitet.

Die Gemeinde Reipisch wurde im Jahre 1952 eingemeindet. Infolge der Verwaltungsreform im Jahr 1993 gehört der Ort Frankleben zur Verwaltungsgemeinschaft "Unteres Geiseltal".

In der historischen Entwicklung vollzog sich ein Wandel von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer Industriegemeinde. Die umliegenden Kohle- und Chemiebetriebe und das Stahlwerk beeinflussten bis zur politischen Wende das Leben der Einwohner von Frankleben.

Die Gemeinde erhofft sich durch die Entstehung des Geiseltalsees und den  vorgesehenen direkten Anschluss an die Autobahn A 38 einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das mittelständische Gewerbe und der Tourismus werden das Dorf Frankleben positiv verändern.

 


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Großkayna

Der Name Kayna stammt von der slavischen Ortsbezeichnung "Kone" (Pferd). Im Hersfelder Zehntverzeichnis wird Kayna ab 860 geführt. Die Schreibweise wurde im Laufe der Jahrhunderte des öfteren verändert. So schrieb man 860 Chone major, um 1100 Ceuna, um 1200 Klenkowe, um 1500 Kaina und ab 1700 Kayna. Früher setzte sich Kayna aus dem westlich gelegenen Ortsteil Kleinkayna und dem östlichen Ortsteil Großkayna zusammen. Im Jahr 1530 wurde die erste Einklassenschule gegründet.

Der Ort Kayna war ursprünglich von der Landwirtschaft geprägt. Durch das Voranschreiten des Bergbaubetriebes musste in den 60er Jahren der gesamte Ort Kleinkayna und ein erheblicher Teil von Großkayna dem Kohleabbau weichen. Die Bevölkerung Kayna's wurde in die umliegenden Städte und Gemeinden Naumburg, Weißenfels, Merseburg und Mücheln sowie Braunsbedra, Frankleben und Blösien umgesiedelt. Vor der Überbaggerung lebten in Großkayna ca. 5000 Einwohner.

Das heutige Großkayna entstand zum größten Teil in den 20er Jahren durch den Wohnsiedlungsbau der Bergbau- und Energiebetriebe.

Mit der Umgestaltung des ehemaligen Tagebaus "Kayna-Süd" soll in Großkayna ein Zentrum für Freizeit und Erholung, welches das Pilotprojekt für die zukünftige Entstehung des Geiseltaler Seenkomplexes darstellt, entstehen. Die damit geschaffene Verbesserung der Lebensqualität im Ort sowie die Vorteile der nahen Autobahnanbindung und die vorhandenen Möglichkeiten der Ansiedlung von Gewerbe und Industrie bilden gute Voraussetzungen zur weiteren Entwicklung der Gemeinde.


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Klobikau


Der Ort Klobikau wurde im Jahr 880 zum ersten Mal als "Cloboco" im Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnt. Im Merseburger Güterverzeichnis findet man als Ortsbezeichnung den Namen "Klobeck". Der Name des Ortes ist slavischen Ursprungs und entstammt dem Wort "hlubcky". Das Dorf gehörte dem Grafen von Mansfeld.

Im Jahr 1250 wies Friedrich, Bischof von Halberstadt, dem Kloster Wimmelburg weitere Rechte über die Kirche Klobikau zu. Adlige des Bistums berieten im Jahr 1540 wegen der Einführung des Evangeliums in ihren Dörfern.Von den zum Merseburger Stift gehörenden Ortschaften waren die Stadt Lützen und die Gemeinde Niederklobikau die ersten, in denen im Jahre 1542 die Reformation eingeführt wurde.

Die Gemeinde Klobikau wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von der Pest heimgesucht. Vom Dreißigjährigen Krieg und der Schlacht bei Roßbach blieben die Bewohner nicht verschont. Der Ort wurde durch Plünderungen, Brände und Einquartierungen stark in Mitleidenschaft gezogen.

Im 2. Weltkrieg wurden durch Fliegerbomben mehrere Häuser zerstört.

Die Gemeinde Klobikau wurde im Jahr 1950 aus den ehemaligen Ortsteilen Niederklobikau, Wünschendorf, Reinsdorf, Raschwitz und Oberklobikau gegründet.

Der Ort war und ist stark durch die Landwirtschaft geprägt. An der südlichen Gemarkungsgrenze wurde über Jahrhunderte Braunkohle abgebaut. Die Ausmaße der Tagebaue sind noch heute sichtbar. Gegenwärtig wird das Bergbaugebiet saniert und für eine touristische Nutzung vorbereitet. Die Gemeinde Klobikau befindet sich im Tal der "Schwarzeiche". Die höchste Erhebung der Gegend stellt die "Halde Klobikau" dar


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Krumpa


Im Hersfelder Zehntverzeichnis wurde Krumpa als "Crupa" (slavisch "klein") erstmals urkundlich genannt. Die Gemeinde setzt sich aus den Ortsteilen Ober- und Unterkrumpa zusammen. Der Ortsteil Unterkrumpa wurde infolge des Braunkohlenabbaus von 1964 bis 1965 teilweise überbaggert.

Eine Reihe von ur - und frühgeschichtlichen Funden wurden von 1883 bis heute geborgen. Am südlichen Rand des Dorfes befindet sich ein frühgeschichtlicher Burgwall mit Graben, der unter Denkmalschutz steht. Durch den Einbruch von Erdmassen ist bekannt, dass vom alten Pfarrhaus aus ein unterirdischer Gang verläuft. Die Geschichte des Ortes wurde stark durch die Entwicklung des Braunkohlentagebaues im Geiseltal geprägt.

Das Leben im Ort wurde durch die Landverkäufe, die nachfolgende Industrialisierung und dem Zuzug von Arbeitskräften beeinflusst. Die Kursächsische Gas- und Kraft GmbH Berlin wurde 1914 östlich des Dorfes gebaut.

Die Wintershall AG errichtete 1936 das Mineralölwerk Lützkendorf. Gleichzeitig wurde mit dem Bau von Siedlungshäusern und Bereitschaftswohnungen begonnen. Das Mineralölwerk Lützkendorf und der Ort Krumpa wurden im 2. Weltkrieg stark bombardiert. Als Mahnmal der Zerstörungen durch den 2. Weltkrieg dient das Teilstück einer Bombe an der Zufahrt zum Haupteingang der ehemaligen ADDINOL  GmbH.

Der Ort verfügt bereits heute über eine breitgefächerte Palette an Möglichkeiten zur sportlichen Freizeitgestaltung.

 


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Mücheln


Im Hersfelder Zehntverzeichnis wird Mücheln als "Muchilidi" 899 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1350 erhält Mücheln das Stadtrecht und damit die Möglichkeit, Märkte abzuhalten, Zölle zu erheben, Urkunden auszustellen und die eigene Gerichtsbarkeit zu pflegen.

Das Rathaus von Mücheln wurde 1571 im Stil der Spätrenaissance gebaut. Das Rathaus ist heute Sitz der Verwaltungsgemeinschaft "Oberes Geiseltal". Der mittelalterliche Stadtkern ist weitestgehend erhalten geblieben und wird jetzt schrittweise saniert.

Die Stadt und ihre Bürger hatten im 17. und 18. Jahrhundert schwer unter Kriegen, Einquartierungen, Plünderungen und Epidemien zu leiden.

 

Der 2. Weltkrieg hinterließ auch in Mücheln große materielle Schäden, da die Stadt mehrmals bombardiert wurde. Alle Ortschaften wurden 1945 durch amerikanische Truppen besetzt.

Der Bergbau veränderte das Antlitz der Stadt entscheidend, denn die Tagebaue nahmen fast 40 % der Gemarkung der Stadt Mücheln ein. Die Ortsteile Möckerling, Zöbigker, Eptingen und Zorbau wurden völlig und Stöbnitz, Neubiendorf und Gehüfte teilweise überbaggert.

Die Einwohner mussten nach Braunsbedra und Merseburg umgesiedelt werden. Im Geiseltal lagerten über 1,4 Milliarden Tonnen abbauwürdige Braunkohle in bis zu 100 m mächtigen Flözen.

Der Bergbau hat riesige Tagebaurestlöcher hinterlassen, eine von Menschenhand geschaffene, unnatürliche Landschaft. Die offenen Tagebaue sollen mit Saalewasser geflutet werden. Nach der Flutung, beginnend im Jahr 2001, entsteht hier der größte See des Landes Sachsen-Anhalt.

Bereits heute gibt es Radwanderwege oberhalb der zukünftigen Uferlinie, die die Orte Stöbnitz- Mücheln- Krumpa verbinden.

 


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Wünsch

Die Gemeinde Wünsch setzt sich aus zwei ursprünglich unabhängigen Ortsteilen Nieder- und Oberwünsch zusammen. Der Ortsteil Niederwünsch gehörte zum Kreis Merseburg und Oberwünsch zum Kreis Querfurt. Erst nach der Gebietsreform im Jahr 1952 wurde Oberwünsch dem Kreis Merseburg zugeordnet. Die beiden Ortsteile konnten somit zur Gemeinde Wünsch zusammengeschlossen werden.

An das Gemeindegebiet grenzt im Norden die Gemarkung Schafstädt, im Osten Klobikau, im Süden Oechlitz und Mücheln sowie im Westen Langeneichstädt. Die "Schwarzeiche" durchquert als wichtigstes Fließgewässer die Gemarkung Wünsch.

Der Ursprung der beiden Orte ist nicht detailliert nachvollziehbar. Der Ort Wünsch wurde als "Unschi" im Hersfelder Zehntverzeichnis aufgeführt. Der Name wurde noch mehrfach geändert von Vunschi, Vusch, Vunsch bis hin zu Winitz.

Niederwünsch wurde während des Bauernkrieges im Jahr 1525 von den Truppen des sächsischen Herzogs auf deren Weg von der Schlacht bei Frankenhausen nach Merseburg geplündert. Das gesamte Gebiet wurde im Jahr 1815 an Preußen angegliedert.

Die Gemeinde Wünsch als ländliches Dorf ist eine gewachsene Siedlung mit eigener Entwicklung und Geschichte. Die Gemeinde hat sich zur Aufgabe gestellt, das überlieferte Ortsbild innerhalb des Dorferneuerungsprogrammes zu erhalten. Die bisher durchgeführten Maßnahmen haben zur Verbesserung des Wohn- und Lebensraumes in der Gemeinde beigetragen. Es wurden Straßen und Gehwege saniert sowie markante Punkte und Plätze mit geschichtlicher Bedeutung neugestaltet

 


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Druckversion     Stand:  05.10.2004